Gemeinschaftspraxis Dr. med. A. Rosenthal, Dr. med. B. Schubert
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Meniskusrefixation – Meniskusnaht

Meniskusrefixation mit Meniskuspfeilen

Meniskusrefixation mit Meniskuspfeilen

Meniskusnaht mit Meniscal Cinch™

Meniskusnaht mit Meniscal Cinch™

Meniskusnaht mit Meniscal Cinch™

Meniskusnaht mit Meniscal Cinch™
Abbildungen: Arthrex Deutschland GmbH
Die Meniskusrefixation ist eine Methode zur arthroskopisch-operativen Behandlung von akuten Meniskusschäden, die eine Rekonstruktion und somit den vollständigen Funktionserhalt des Meniskusgewebes ermöglicht.

Ziel hierbei ist der vollständige Funktionserhalt und die Heilung des Meniskusgewebes durch Rekonstruktion. Dieses führt zum Erreichen von Schmerzfreiheit, Erhalt der Belastungsfähigkeit und Funktionalität. Studien zufolge ist die Druckbelastung pro Quadratzentimeter Knorpelfläche auf dem Tibiaplateau nach einer Meniskusentfernung um bis zu 70% höher. Daher wird – wenn möglich – die Meniskusrefixation angestrebt.

Nicht alle Meniskusrissformen können refixiert werden. Die Durchführung einer Meniskusrefixierung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich und benötigt eine gute Indikationsstellung:

  • Rissform (Längsriss- oder Longitudinalriss)
  • Lokalisation (Red-Red- oder Red-White-Zone) und Länge des Risses
  • Qualität des Meniskusgewebes
  • akute Verletzung des Meniskusgewebes

Bevorzugt geeignet sind Längsrisse (Longitudinal– oder auch Vertikalrisse genannt), die im durchbluteten, kapselnahen oder mittleren Drittel lokalisiert sind (sog. Red-Red-Zone oder Red-White-Zone). Längsrisse sind meist traumatischer Genese und daher prinzipiell zur Meniskusrefixation geeignet.

Die beste Heilungstendenz haben Risse in der so genannten Red-Red-Zone (rot-rot-Zone), d.h. im Bereich der Meniskusbasis. Die Heilungstendenz im peripheren Anteil des Meniskus ist deutlich schlechter, da die Durchblutung nur an der Basis (kapselnah) gewährleistet ist. Besonders gut eignen sich akute Verletzungen im Bereich des Meniskus bei jüngeren Patienten. Meniskusschäden, die aufgrund degenerativer Veränderungen des Meniskusgewebes entstehen, sind für eine Refixation nicht geeignet.

Zur Refixation stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Man unterscheidet verschiedene Nahttechniken (Outside–In, Inside-Out, All-Inside) von der Refixation mit resorbierbaren Pfeilen („Arrows“) bzw. Ankern.

Während früher überwiegend die Outside-In oder Inside-Out Nahttechnik angewandt wurde, verfügt man heute über ein modernes Verfahren, die All-Inside-Technik. Die All-Inside-Naht ist eine rein intraartikuläre Nahttechnik, bei der in den meisten Fällen keine weiteren Hautschnitte erforderlich sind.

In den letzten Jahren wurden verschiedene neue Techniken und Implantate mit der Zielsetzung entwickelt, die Meniskusrefixation technisch einfacher zu gestalten und die Operationszeit zu minimieren. Neben den verschiedenen Nahttechniken ist die Meniskusrefixation mit so genannten Pfeilen und Ankern eine weitere Methode der Wahl. In der Praxisklinik wird hierzu der Meniscal DartTM der Fa. Arthrex eingesetzt.

Der Meniscal DartTM hat einen Durchmesser von 1,2 mm und besteht aus PLDLA (PGA-PLLA-Copolymeren bzw. Stereocopolymeren). Er ist mit zwei Reihen gegenläufiger Widerhaken versehen und in drei Größen erhältlich (10 mm, 12 mm und 14 mm). Bei der arthroskopischen Refixation von Meniskusrissen mit resorbierbaren PLDLA-Meniskuspfeilen erfolgt zunächst eine Auffrischung und Débridement der Rissränder. Anschließend wird das Implantat (in diesem Fall der Meniskuspfeil) mittels spezieller Setzinstrumente, die den Gelenkzugang erleichtern und eine präzise Positionierung der Implantate am Meniskus gestatten, in das Kniegelenk eingebracht und der Meniskus refixiert. Dank ihrer Materialeigenschaften verursachen sie keine zusätzlichen Knorpelverletzungen. Die Pfeile verbinden sich mit dem Meniskusgewebe und lösen sich nach ca. 3 Monaten komplett auf.

Ein weiteres in der Praxisklinik häufig durchgeführtes Verfahren ist die Meniskusnaht mittels Meniscal CinchTM der Fa. Arthrex. Das Meniscal CinchTM System ermöglicht ein weiteres All-Inside Refixationsverfahren, bei dem keine zusätzlichen Hautschnitte erforderlich sind. Mit Hilfe dieses Systems können an der Ober- und Unterseite des Meniskus sowohl Vertikal- als auch Horizontalrissnähte platziert werden.

Bei dieser Methode wird in einem arthroskopischen Eingriff nach Anfrischung und Säuberung des Meniskusgewebes der Meniscal CinchTM in das Kniegelenk eingeführt. In einem nächsten Schritt wird dieser auf die gewünschte Tiefe des Implantats eingestellt. Anschließend wird mit der Spitze der Vorrichtung die Meniskusläsion beurteilt und in Position gebracht. Die Nadel (Spitze des Meniscal CinchTM) wird an dem einen Ende des eingerissenen Meniskus durch das Meniskusgewebe gedrückt und ein kleines Kunststoffplättchen an der Außenseite des Meniskus kapselnah verankert. Ein zweites Implantat, welches durch einen Faden mit dem ersten Implantat verbunden ist, wird nun am anderen Ende des Meniskusrisses verankert. Durch Festziehen des Fadens wird der abgerissene Meniskusteil an der Basis fixiert und das Gewebe kann zusammenheilen.

Die Technik ermöglicht eine risikoarme, problemlose und sichere Fixation über die gesamte Länge der Meniskusläsion, ohne dass zusätzlich Gewebe verletzt werden muss.

Ein besonderer Vorteil der All-Inside-Methoden ist das geringe Infektionsrisiko und das geringe Risiko von Gefäß- und Nervenverletzungen.

Eine gute Indikationsstellung bei den verschiedenen Rissformen, ein stabiles Kniegelenk und die hohe Ausrissfestigkeit der Implantate reduzieren das Risiko einer Re-Ruptur deutlich. Die Meniskusnaht bzw. –refixation ist grundsätzlich aus Gründen der Arthroseprävention anzustreben. Begleitende Bandverletzungen sollten rekonstruiert werden, da die Re-Rupturrate mit dem Grad der Gelenkinstabilität deutlich ansteigt.

Im Rahmen einer im Hause durchgeführten Studie (Dissertation Dr. Kathrin Hanswille (2006): „Kurz-und mittelfristige Ergebnisse der arthroskopischen Meniskusrefixation – eine prospektive Studie“) wurden 131 Patienten durchschnittlich zwei Jahre nach Meniskusrefixationen und vorderer Kreuzbandplastik nachuntersucht. Eine erfolgreiche Heilung des refixierten Meniskus konnte in einer „second look“- Operation im Rahmen einer vorderen Kreuzbandoperation ca. 6-8 Wochen nach der Meniskusrefixation (Ersteingriff) bei 99,3% der Patienten festgestellt werden. Mehr als 70% des Patientenkollektives gaben zum Nachuntersuchungszeitpunkt an, dass sie ihre Sportart wieder ohne Probleme ausüben konnten.

Die Meniskusrefixation ist dank ihrer niedrigen Komplikationsrate, der hohen Heilungsrate, der Minimierung der Operationszeit und der guten Vorbeugung einer frühen Arthroseentwicklung im Gelenk, was zu einer guten Belastbarkeit und Funktion des Kniegelenkes führt, unter den oben genannten Voraussetzungen die Methode der Wahl.