Gemeinschaftspraxis Dr. med. A. Rosenthal, Dr. med. B. Schubert
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Hüft-Endoprothetik (Hüft-TEP)


gesundes Hüftgelenk


abgenutzte, zerstörte Gelenkoberfläche

Modernes Hüftprothesen-Modell
Modernes Hüftprothesen-Modell

Röntgenbild nach der Operation
Röntgenbild nach der Operation
Das Hüftgelenk ist ein so genanntes Kugelgelenk und verbindet den Oberschenkel und den Beckenknochen miteinander. Durch die Eigenschaften des Gelenkes sind Streckung und Beugung und Drehbewegungen des Beines möglich.

Der Verschleiß des Hüftgelenkes zählt heute zu den häufigsten orthopädischen Krankheiten; sie betrifft etwa die Hälfte aller über 60jährigen. Die Abnutzung kann durch viele Faktoren begünstigt werden. Durch eine angeborene Fehlstellung (Hüftdysplasie), die heute oft schon durch Früherkennungsmaßnahmen aufgedeckt werden, oder auch als Folge von Unfällen kann es zu einem frühzeitigen Gelenkverschleiß (Arthrose) kommen.

Beide Erkrankungen haben zur Folge, dass der Knorpelüberzug von Gelenkkopf und Gelenkpfanne abgerieben werden. Das Gelenk verliert seine regelrechte natürliche Passform. Reibungen durch Bewegungen des Gelenkes verursachen Entzündungsreaktionen, die schmerzhafte Bewegungen und Bewegungseinschränkungen nach sich ziehen. Stoßbelastungen des Gelenkes, die bereits bei jedem Schritt in unterschiedlicher Stärke ausgelöst werden können, sollten reduziert werden, da bereits hierdurch vermehrter Schmerz entstehen kann.

Unser oberstes Ziel ist zunächst der Erhalt des eigenen Gelenkes. Ist der Knorpelschaden und der damit einhergehende Schmerz noch nicht allzu schwerwiegend, werden verschiedene konservative Maßnahmen eingesetzt. Werden die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu intensiv und nimmt die Beweglichkeit des Gelenkes zu weit ab, muss die zerstörte Gelenkfläche durch eine Prothese ersetzt werden.

Hüftprothesen waren die ersten Gelenkersatzoperationen die in der Orthopädie routinemäßig verwendet wurden. Seit den 60er Jahren ist die Anzahl der Operationen stark angestiegen. Die Prothesen und die Operationstechniken wurden ständig weiterentwickelt und verbessert. In Deutschland werden heute ca. 209.000 Hüftprothesen jährlich eingesetzt. Hierbei wird im Beckenknochen eine neue Gelenkpfanne verankert und gleichzeitig im Oberschenkel ein Prothesenschaft mit künstlichem Gelenkkopf.

Durch spezielle weichteilschonende Operationstechniken, die wir routinemäßig anwenden (minimal-invasive Techniken), werden die Muskeln am Oberschenkel heute nicht mehr großflächig abgetrennt, sondern meist nur stumpf auseinandergeschoben, ohne den Muskel zu verletzen oder dauerhaft zu schädigen. Hierdurch sind weniger Schmerzen und eine schnellere Mobilisation und eine raschere Zunahme der Beweglichkeit möglich.

Die Prothesen können abhängig von der Beschaffenheit der Knochenqualität zementfrei oder zementiert verankert werden. Je nach Verankerungstechnik ist eine schnelle Belastung und Mobilisierung möglich.

Nach der Operation darf ein neues Hüftgelenk vorerst nicht weiter als 90° gebeugt werden, da die Gelenkkapsel zunächst wieder verheilen muss. Auch Drehbewegungen (Rotationsbewegungen) der Hüfte sind zunächst nicht erlaubt, um eine Luxation (Ausrenkung des neuen Gelenkes) zu vermeiden. In der Physiotherapie werden die erlaubten Bewegungen trainiert und die Muskulatur wieder aufgebaut. Nach Ausheilung der Kapsel darf die Beweglichkeit über 90° weiterbeübt werden – auch Rotationen sind dann wieder möglich. Extreme Positionen wie z.B. der „Schneidersitz“ sollten trotzdem vermieden werden.

Ein einzementierter Schaft kann direkt voll belastet werden, wobei das Bein bei einer zementfreien Verankerung in den ersten 4 Wochen nur teilweise belastet werden darf. Danach kann die Belastung in der Regel schnell gesteigert werden bis eine schmerzfreie Belastung erreicht ist. In dieser Phase werden zur Entlastung Unterarmgehstützen verwendet.

Durch ein weitgehend schmerzfreies, bewegliches Hüftgelenk sind viele Aktivitäten wieder möglich. Auch gleichmäßige Sportarten ohne Stoßbelastungen wie Golf, Radfahren, Walken, Wandern, Schwimmen und Fitnesstraining können von vielen Patienten wieder ausgeübt werden. Sportarten mit Stoßbelastungen und hoher Sturzgefahr wie etwa Joggen oder alpiner Skilauf sollten vermieden werden.

Bei den von uns verwendeten Prothesen gehen wir heute von einer Haltbarkeit von 15-20 Jahren aus. Abnutzungen oder eine Lockerung aus dem Knochen machen dann gegebenenfalls Wechseloperationen erforderlich. Daher wird bei der ersten Operation so knochensparend wie möglich operiert - zum Teil kann ein Knochendefekt unterhalb der Pfanne im Becken durch eigenen Knochen aus dem zerstörten Hüftkopf wieder aufgebaut werden.

Schematische Darstellung einer Hüftprothesenimplantation

  1. Trennung von geschädigtem Hüftkopf und Oberschenkelknochen
  2. Implantation der Hüftpfanne
  3. Implantation des Schafts in den Oberschenkelknochen
  4. Reposition des künstlichen Hüftgelenkes (Zusammenfügen der Hüftprothese)

Weitere Informationen zur Hüft-Endoprothetik

Informationsbroschüre 'Hüft-Endoprothetik'
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