Gemeinschaftspraxis Dr. med. A. Rosenthal, Dr. med. B. Schubert
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Verankerungstechniken

Prothesenoberfläche
Prothesenoberfläche


feste Prothese
feste Prothese


Oberfläche in Knochen eingewachsen
Oberfläche in Knochen eingewachsen


Detail der Oberfläche
Detail der Oberfläche


gelockerte Prothese
gelockerte Prothese
Grundsätzlich sind zwei Formen der Verankerungstechniken für Endoprothesen zu unterscheiden:

1. Zementierte Verankerung:

Bei dieser Technik wird unter die glatte Prothese zur Knochenoberfläche hin eine Schicht aus Knochenzement eingebracht. Der Zement härtet innerhalb von 15 Minuten aus. Die Prothese ist daher rasch belastbar. Der Knochenzement ist nach Aushärtung sofort voll belastbar. Der Zement kann sich nach 15 - 20 Jahren abnutzen und verändern, wodurch sich die Verankerung der Prothese im Knochen lockert. Der Körper selbst kann durch Knochenumbauvorgänge keine Anpassung der Prothesenverankerung durchführen.

2. Zementfrei Implantierte Prothesen:

Zementfrei implantierte Prothesen besitzen eine aufgeraute Oberfläche, oft sind Poren durch aufgebrachte Metallanteile wie kleine Kugeln vorhanden. Zwischen diese Oberflächenporen können Knochenlamellen in die Oberfläche der Prothese hineinwachsen und so eine feste Verzahnung des Knochens mit der Oberfläche erzeugen. Die Knochenbälkchen legen sich der Metalloberfläche direkt an.

Der Knochen in den Poren kann dadurch an normalen Knochenumbauvorgängen teilnehmen. Das Einwachsen der Knochenbälkchen in die Oberfläche benötigt Zeit. Daher sind zementfrei eingebrachte Prothesen in der Regel nicht sofort voll belastbar. Durch die Abnutzung der Prothese können auch bei zementfrei eingebrachten Prothesen Umbauvorgänge unterhalb der Prothese entstehen, die schließlich durch Entzündungsreaktionen zum Abbau der verankernden Knochenbälkchen führen.

Die Möglichkeiten der verschiedenen Verankerungstechniken müssen auf den Patienten und die geplante Prothese abgestimmt werden. In der Regel werden zementfreie Verankerungen bei jüngeren Patienten mit einer guten und stabilen Knochenstruktur verwendet. Zementierte Verankerungen werden eher bei älteren Patienten verwendet oder wenn Krankheiten wie zum Beispiel eine Osteoporose die Knochenstabilität reduzieren.

Bei Wechseloperationen wird meist eine andere Verankerungstechnik eingesetzt als bei der gelockerten Primärprothese. Bestimmte Anteile von Endoprothesen wie etwa die Tibia-Anteile einer Knieprothese oder Patellarückflächen-Prothesen (Kniescheibenrückflächen-Prothese) können wegen der frühzeitig auftretenden Scherbelastung nur zementiert verankert werden.